Kardiovaskuläre Risikobeurteilung

Mit dem AGLA Risiko-Algorithmus kann das 10-Jahres-Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis kalkuliert werden. Bei der Berechnung werden die folgenden Risikofaktoren berücksichtigt: 

Risikofaktoren zur Schätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos

  • Alter (im Bereich von 34–75 Jahre, für jüngere bzw. ältere Menschen nicht anwendbar)
  • Familienanamnese bezüglich bekannter kardiovaskulärer Erkrankungen
  • Rauchen 
  • Blutdruck 
  • LDL-Cholesterin 
  • HDL-Cholesterin 
  • Triglyzeride 

Besondere Risikosituationen mit hohem bis sehr hohem kardiovaskulären Gesamtrisikos und frühzeitiger Abklärung: 

  • Bekannte kardiovaskuläre Erkrankungen/Atherosklerose1 
  • Diabetes mellitus Typ 2; Diabetes mellitus Typ 1 mit Endorganschäden wie Mikroalbuminurie 
  • Chronische Niereninsuffizienz 
  • Stark erhöhte einzelne Risikofaktoren:
    LDL-C >4.9 mmol/l; BD >180/110 mmHg 
  • Symptome einer atherosklerotischen/kardiovaskulären Erkrankung2 
  • Familiengeschichte mit frühzeitigen kardiovaskulären Erkrankungen und/oder mit Hyperlipidämie 
  • Komorbiditäten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko, z.B. chron. Niereninsuffizienz, rheumatoide Arthritis 
1
vorgängiger MI, ACS, koronare Revaskularisation und andere arterielle Revaskularisationsverfahren, Hirnschlag/TIA, Aortenaneurysma, PAVK.
2
z.B. Myokardinfarkt oder akutes Koronarsyndrom; ischämischer Schlaganfall; PAVK oder koronare/arterielle Revaskularisation in der Anamnese

Risikokategorien: Die Bestimmung der kardiovaskulären Risikokategorie dient als Basis für die Behandlungsstrategie 

Aufgrund der besonderen Risikosituation bzw. des mit dem AGLA Risikorechner geschätzten kardiovaskulären Gesamtrisikos basierend auf den einzelnen Risikofaktoren, wird eine Person einer kardiovaskulären Risikokategorie zugeordnet. Diese bildet die Basis für die Behandlungsstrategie.

Kardiovaskuläre Risikokategorie Besondere Risikosituationen/kardiovaskuläres Gesamtrisiko
Sehr hohes Risiko
  • Bekannte kardiovaskuläre Erkrankungen/Atherosklerose1
  • Diabetes mellitus Typ 2; Diabetes mellitus Typ 1 mit Endorganschäden wie Mikroalbuminurie
  • Chronische Niereninsuffizienz mit eGFR <30 ml/min/1.73 m2
Hohes Risiko
  • 10-Jahres-Risiko2 >20%
  • Stark erhöhte einzelne Risikofaktoren: LDL-C >4.9 mmol/l; BD >180/110 mmHg
  • Chronische Niereninsuffizienz mit eGFR 30–59 ml/min/1.73 m2
Moderates Risiko
  • 10-Jahres-Risiko2 10-20%
  • Risiko beeinflusst durch weitere Risikofaktoren/Risikomarker 
Niedriges Risiko
  • 10-Jahres-Risiko2 < 10%
1
vorgängiger MI, ACS, koronare Revaskularisation und andere arterielle Revaskularisa-tionsverfahren, Hirnschlag/TIA, Aortenaneurysma, PAVK.
2
Absolutes Risiko in %, innerhalb von 10 Jahren ein tödliches Koronarereignis oder einen nicht-tödlichen Myokardinfarkt zu erleiden

Schätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos3

Kalkulieren Sie das 10-Jahres-Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis mit dem AGLA Risikorechner.

Wenn eine Person nicht aufgrund einer «besonderen Risikosituation» direkt der Risikokategorie «Sehr hohes Risiko» (z.B. bei kardiovaskuläre Erkrankung/Atherosklerose) oder «Hohes Risiko» (z.B. stark erhöhte einzelne Risikofaktoren) zugeordnet werden kann, lässt sich mit dem AGLA-Risikorechner das 10-Jahres-Risiko für ein tödliches Koronarereignis oder einen nicht-tödlichen Myokardinfarkt schätzen. Dies erlaubt ebenfalls eine Zuordnung zu einer Risikokategorie. Wenn aber eine «besondere Risikosituation» vorliegt, ist diese für die Zuordnung massgebend und nicht das Ergebnis der Schätzung mit dem Risikorechner. 

3
Absolutes Risiko in %, innerhalb von 10 Jahren ein tödliches Koronarereignis oder einen nicht-tödlichen Myokardinfarkt zu erleiden.