Bei der Risikoberechnung nicht berücksichtigte Risikofaktoren 

Das kardiovaskuläre Gesamtrisikio ist bei einigen Patienten höher als mit den Score-Tabellen oder Algorithmen (von AGLA bzw. ESC/EAS) bestimmt, wenn weitere, bei diesen Verfahren nicht berücksichtigte Risikofaktoren oder -marker vorhanden sind.

Dazu zählen:

  • In Bildgebugsverfahren (z. B. Gefässsonografie, Koronarangiografie, Koronar-CT) nachgewiesene klinische asymptomatische Atherosklerose
  • Metabolisches Syndrom

Kriterien für die Diagnose Metabolisches Syndrom

Mindestens 3 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Bauchumfang > 102 cm bei Männern, > 88 cm bei Frauen1
  • Nüchtern-Triglyzeride ≥ 1.7 mmol/l
  • HDL-Cholesterin < 1.0 mmol/l bei Männern, < 1.3 mmol/l bei Frauen
  • Systolischer Blutdruck ≥ 130 mmHg und/oder diastolischer Blutdruck ≥ 85 mmHg
  • Plasmaglucose ≥ 5.6 mmol/l2

1Bei einem BMI > 30 kg/m2 kann davon ausgegangen werden, dass der Bauchumfang erhöht ist und nicht mehr gemessen werden muss. Werte Bauchumfang entsprechen ATP III; Werte IDF für Europa: ≥ 94 cm bei Männern, ≥ 80 cm bei Frauen; 2American Diabetes Association

  • Erhöhtes Lipoprotein (a): ≥ 500 mg/l
  • Erhöhtes hsCRP2: > 3.0 mg/l
  • Knöchel-Arm-Index < 0.9
  • Ophthalmoskopie: retinale Atherosklerose
  • Autoimmunerkrankungen: Psoriasis, Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematosus
  • Schlafapnoe
  • Erektile Dysfunktion
  • Periodontitis
  • Psychosoziale Risikofaktoren: Niedriger sozio-ökonomischer Status; soziale Isolation und geringe soziale Unterstützung; Stress bei der Arbeit und in der Familie; Depression; Angstkrankheiten; feindselige, misstrauische Persönlichkeit; zurückgezogene, von negativen Emotionen geprägte Persönlichkeit

2Cave: Bei Werten > 10 mg/l ist hsCRP nicht als kardiovaskulärer Risikofaktor verwertbar, da wahrscheinlich eine Infektion vorliegt; nach deren Abheilung Messung wiederholen.